Heute morgen bin ich mit dem Zug 50 Minuten in eine Richtung gefahren und habe es trotzdem immer noch nicht geschafft die Metropolenregion Tokyo zu verlassen. Warum ich so eine lange Reise angehe? Für mich gings heute in die Stadt Mitaka, wo Studio Ghibli im Jahr 2001 ein Museum eröffnet hat. Ich gehe mal davon aus, dass ihr alle Studio Ghibli kennt, wenn nicht educated euch gefälligst. Nur zur Info: Im Museum selber darf man nicht fotografieren, woran ich mich auch größtenteils gehalten haben.

Ich war 50 Minuten zu früh bei dem Museum und habe meine Wartezeit damit verbracht durch den Park, in dem das Museum gebaut wurde, zu schlendern und mich unter einer Kirsche inkl. Blüten auf eine Parkbank zu setzen. Irgendwann war es dann Zeit mich in die Schlange für die Schlange für das Museum zu setzen und kurz vor 12 wurden wir dann reingelassen. Ich bin direkt auf die Dachterasse gesprintet um sie noch bei Sonnenschein zu erleben. Hier gibt es eine riesige Statue von einem Roboter aus Castle in the Sky (und anscheinende auch aus der letzten Folge von Lupin the 3rd Part II??) und noch einen Würfel aus dem Film. Zudem gibt es noch einen kleinen Teich, sonderlich spannend ist der aber nicht.







Ich bin danach wieder zurück ins Museum, welches recht kurzlebig ist, wenn man kein Japanisch kann. Das Museum ist in drei Ausstellungen aufgeteilt, von denen zwei permanent und eine jeweils wechselnd ist. Zudem gibt es ein kleines Kino, in welchem exklusiv für das Museum (und den Ghibli Park) produzierte Kurzfilme gezeigt werden. Nachdem ich vom Dach runtergekommen bin durfte ich dort Treasure Hunting sehen, welcher sehr süß war. Zudem hatte er wunderschöne Musik und sah super aus, also ungefähr das, was man von einem Ghibli Film erwartet.

Nach dem Kino bin ich in die erste Ausstellung gegangen, welche Animation anhand sehr anschaulicher Beispiele erklärt. Hier wird zum Beispiel gezeigt, wie Tiefe in einen Film gebracht wird oder wie ein Film schlussendlich projeziert wird. Das Highlight war ein Karussell, wo sich Figuren aus Totoro ganz schnell im Kreis gedreht haben. Irgendwann wurde die Beleuchtung dann richtig mit der Bewegung synchronisiert, sodass man eine flüssige „Animation“ erkennen konnte.
In der zweiten Ausstellung geht es mehr darum, wie ein Animationsfilm produziert wird. Hier gab es super viele Storyboard und Zeichnungen sowie einige (glaube ich) original Animation Cels aus Kikis Delivery Service zu sehen. Das ganze war wunderschöne eingerichtet und man könnte da wahrscheinlich 100 Mal durchlaufen und immer noch neue Dinge entdecken. Die Wände waren an Stellen wirklich komplett voll mit Bildern und zudem gab es noch ein paar Bereiche, die wie ein Arbeitsbereich eines Animators eingerichtet waren.

Die temporäre Ausstellung zeigt momentan Hintergründe aus dem neusten Ghibli Film The Boy and the Heron. Die sind wunderschön und es war wirklich cool zu sehen, wie verschiedene Hintergründe je nach notwendingen Kamerabewegungen unterschiedlich gezeichnet wurden. Überall im Museum gab es übrigens wunderschöne stained glass Fenster mit Motiven aus verschiedenen Ghibli-Filmen:





Nachdem ich mir alle Ausstellungen angeschaut hatte (die haben übrigens auch einen bekletterbaren Catbus, da dürfen aber nur Kinder die jünger als 12 sind drauf 😡) ging es in den Museumsshop. Hier habe ich ein bisschen (zu viel) Geld ausgegeben, dafür aber auch echt ein paar schöne Dinge gekauft (ich glaube an Ende des Urlaubs gibt es einmal einen Urlaubs-Haul-Post, ich habe keine Lust das alles aus- und wieder einzupacken). Danach gings in den zweiten Museumsshop, wo nur Bücher verkauft werden. Da ich schon keine Fotos machen durfte habe ich mir wenigstens ein Buch über das Museum gekauft, wo reichlich Fotos enthalten sind.


Zu guter Letzt ging es noch in das Straw Hat Cafe (nein, nicht die Straw Hats), wo ich einen kleinen Mittagssnack und das erste Spaßgetränk des Tages hatte. Nach dem Essen musste ich mich dann von dem Museum verabschieden, durfte aber noch im Ghibli themed Bus bis zum Bahnhof fahren. Man musste für das Museum ein bisschen um Tickets kämpfen, aber das hat sich für mich definitv gelohnt. Das Museum war definitiv das Highlight meiner Reise bis jetzt.



Vom Bahnhof ging es noch nicht direkt ins Hotel, da ich noch einen Zwischenstopp am Nakano Broadway eingelegt habe. Hier gibt es (mal wieder) alles was das Nerd-, Weeb-, Pervert oder Naziherz begehrt (für letzteres waren es heute irgendwelche Mangas mit Hakenkreuzen auf dem Cover. Wie positiv die den Nazis gegenüberstehen habe ich nicht recherchiert). Eins meiner zwei Ziele war hier der dritte Mandrake, welcher sich dann als der dritte, vierte, fünfte, … Mandrake herausstellte. Der Broadway ist nämlich in einem ziemlich klaustrophobischen Gebäude über vier Etagen verteilt und der Mandrak sitzt wie ein Schimmel an allen Ecken und auf allen Etagen. Aufgrund fehlender Japanisch-Kentnisse habe ich hier nichts gekauft (ich hab mal gehört, dass ein running gag bei dritten Mal lustig wird, stimmt das?), ein bisschen stöbern war aber natürlich drin.




Mein Hauptziel war aber die Apple Symphony, welcher in der hintersten Ecke der vierten Etage sitzt. Hier kann man original Anime Cels kaufen, was ein sehr teurer Spaß sein kann. Highlight waren die Neo Genisis Evangelion Cells, welche zwischen 500€ und 2000€ kosteten. Leider durfte man keine Fotos machen, aber es war schon beeindruckend sowas mal in echt zu sehen. Ich habe da ein bisschen gestöbert, aber leider keine Cels von Animes, die ich kenne gefunden (die hätte ich mir wahrscheinlich sowieso nicht leisten können). Ich habe aber zwei recht billige Cels gefunden und gekauft, aus welchem Anime die stammen finde ich sicherlich auch noch heraus. Alles in Allem ein unglaublich cooler Laden, würde ich definitiv weiterempfehlen wenn ich mal in der Ecke der Welt seid.

Vom Broadway ging es dann zurück ins Hotel, wo ich meine Sachen abgelgt und mich kurz hingelegt habe. Nach ein paar Minütchen Entspannung bin ich dann wieder zum Skytree gelaufen, wo ich heute eine Reservierung im Kirby Cafe hatte. Cafe ist hier ein sehr weit gedehnter Begriff, da die Karte zu 60% aus Abendessen besteht. Nach einem kurzen Aufenthalt in der Schlange vor dem Cafe durfte ich drinnen Platz nehmen. Das Cafe ist sehr schön und wirklich charmant eingerichtet. Auch das Essen ist durch die Bank Kirby Themed, sodass ich mir sogar einen Nachtisch gegönnt habe. Das war auch gut, da das Hauptgericht relativ klein ausfiel. Der Kirby-Autokuchen war dafür aber so cool, dass ich ihn erstmal für 5 Minuten angeschaut und fotografiert habe, bevor ich ihn essen konnte (außerdem war er sehr sättigend). Ich würde sagen, dass es das schlechteste Essen war, was ich bis jetzt hier gegessen habe (und dafür auch mit Abstand das teuerste), bereuen tue ich aber nichts.








Nach dem Abendessen bin ich noch kurz in den Ghibli Shop beim Skytree gegangen und habe auch dort nochmal unnötig viel Geld gelassen. Turns out das die Sachen, die im Museum verkauft werden zu so 50% exklusiv sind und dafür ein paar Sachen, mit denen ich im Laden schon geliebäugelt hatte im Museum gar nicht erwerbar waren. Da es auf einmal gestürmt hat bin ich danach nur noch im schwülsten Bus der Welt ins Hotel gefahren und hab schonmal angefangen meine Einkäufe für den Zoll in eine schöne Excel-List zu übertragen.
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