Toriis und Touris

Wie immer habe ich meinen Tag heute mit ein paar Onigiris gestartet, heute habe ich diese aber mal ganz revolutionär auf meinem Hotelzimmer gegessen. Frisch gestärkt ging es dann auf zum Mount Inari, welcher für seine 1000 Toriis bekannt ist (fun fact: auch wenn man immer von 1000 Toriis hört, sind es eigentlich nur ca. 800).

Da angekommen habe ich mich durch Massen an Touristen zum Shrine an der Basis des Berges durchgekämpft. Hier war wieder viel zu viel los und für den guten Herrn Jesus wär es auch zu viel Kommerz um einen Tempel herum gewesen sodass ich schnell weitergegangen bin. Auch durch die ersten Torii musste man sich echt kämpfen, aber wie so oft im Leben zahlt sich ein bisschen Durchhaltevermögen aus und nach ein paar Höhenmetern war es schon deutlich entspannter.

Irgendwann war es dann sogar soweit, dass man mit nur ein bisschen Zeitglück ganze Abschnitte der Strecke menschenlos fotografieren konnte. Trotz der nicht genormten Treppen, ging der Aufstieg relativ schnell. Auch konnte man durch ein paar Lichtungen auf Kyoto hinabschauen, aber der Anblick ist schon deutlich weniger spannend als der von Tokyo. Ungefährt auf halber Höhe habe ich mich dann dazu entschieden meinen Podcast auszumachen und dafür ein bisschen Ghibli-Musik zu hören, was eine bombenstarke Entscheidung war.

Den ganzen Weg entlang gab es immer mal wieder ein paar kleinere Shrines und auch der Berggipfel war nicht durch ein schönes Holzkreuz sondern durch einen Shrine markiert. Da es da oben nicht sonderlich viel mehr zu tun gab als einmal um den Shrine rumzulaufen bin ich danach schnurstracks wieder nach unten gelaufen und hab mich zu einem Mittagessen aufgemacht.

Ein paar Minütchen weiter gab es ein Ehepaargeführtes Restaurant, also bin ich da mal hingegangen. Für mich gab es Ramen, wo mich die Suppe aber ein wenig enttäuscht hat und Yakitori, ein etwas süßlicher Hühnerfleisch-Grillspieß, der mich dafür aber sehr abgeholt hat.

Nach dem Mittagessen habe ich mich dann zum Nintendo-Museum aufgemacht, was ein bisschen außerhalb von Kyoto liegt. Ich war viel zu früh da und hab deswegen erst noch ein paar Kirschblüten in der Nähe fotografiert. Als ich die aus allen erdenklichen Winkeln abgelichtet hatte, habe ich mich dann einfach ein bisschen früher angestellt und bin (nach einer super unverhältnismäßigen Sicherheitskontrolle, ich musste sogar einen Schluck Wasser trinken um zu beweisen, dass das nichts illegales ist) fünf Minuten früher ins Museum gekommen. Vor dem Museum gibt es einen großen Platz, wo auf dem Boden Mario-Motive zu sehen sind und auch ein paar Warp-Pipes und Mario-Blöcke rumstehen.

Im Museum selbst gibt es dann den Museumsteil, den Spielteil und den Shop. In den letzten beiden darf man Fotos machen, im ersten Teil leider nicht. Offiziell habe ich mich daran auch gehalten, ich werde keinen Stress mit Nintendos Anwälten anfangen. Für mich ging es aber sowieso erstmal in den Spielteil. Jeder Besucher hat 10 Coins, die man für beliebige Spiele ausgeben kann. Es gibt hier eine ziemlich große Auswahl, die von einem Baseball-Spiel über einen Shooter bis zum Spielen eines Nintendo-Spiels mit einem riesigen Controller geht. Ich habe folgende fünf Spiele spielen können:

Das erste Spiel war ein Baseball-Spiel. Hier wurden von einer Maschine Tischtennisbälle auf einen geschossen und man musste sie mit einem Schaumstoffschläger wieder zurückschlagen. Wenn ich ehrlich bin habe ich hier komplett versagt. Es war ziemlich schwierig zu erkennen wo genau die Bälle hinfliegen werden und ich habe einfach nach Gefühl geschlagen. Wenn ich das richtig verstanden habe, habe ich einen Punkt gemacht, den Ball habe ich aber definitiv häufiger getroffen. Bei manchen Spielen hat Nintendo übrigens automatisch Fotos gemacht, das hier war eins davon.

Das zweite Spiel war schon mehr mein Style. Hier hat man die Auswahl zwischen einer Shotgun und einer Pistole bekommen (in etwas familienfreundlicheren Verpackungen natürlich) und durfte dann in drei Szenen verschiedene Mario-Bösewichte erschießen (mit Farbe bespritzen). Dabei musste man aber auch noch aufpassen, dass man kein friendly fire macht. Ich habe das aber so gut geschafft, das ich hier von 14 Spielern erster geworden bin.

Das dritte Spiel hat man mit der Nintendo Ultra Hand gespielt. Hier musste man Pokebälle von einem Laufband schnappen und in Warp-Pipes droppen. Die drei Kinder, gegen die ich gespielt habe, habe ich so unglaublich platt gemacht, das könnt ihr euch garnicht vorstellen.

Beim vorletzten Spiel stand man auf einem riesigen Bildschirm und musste eine Hanafuda-Karte, die man auf einem Handy gesehen hat, auf dem Boden finden. Ist schwieriger als es klingt (da die teilweise super ähnlich aussehen), aber auch nur so semi spannend (am spannensten fände ich hier wie teuer dieser Bildschirm im Boden war, der sah ziemlich gut aus tbh). Da ich mich teilweise ein bisschen vertan habe und generell etwas langsam war bin ich auch nur dritter geworden.

Als letztes habe ich dann noch ein Spiel gespielt, in dem man ein Game & Watch-Spiel mit seinen Händen spielen musste. Es kamen immer mal wieder Figuren vom Bildschirmrand und man musste seine Hände dann dahin bewegen, wo die Brücken gerade benötigt werden. Teilweise gab es da ganz kniffeliger Situationen, ich bin aber ziemlich gut durchgekommen.

Nach den ganzen Spielen habe ich mir dann den Museumsteil angeschaut, welcher sich auf einer einzigen großen Fläche befindet. Viele der Ausstellungsteile waren nur so semi spannend, da man oft einfach nur die Boxen von Spielen und deren jeweilige Konsole daneben gesehen hat. Ich kann mir vorstellen, dass es da defintiv hilft, wenn man Nostalgie für diese Zeiten hat, da ich die aber nicht habe hat es mich halt nicht so umgehauen.

Was ich aber ziemlich cool fand waren die „Außenbereiche“. Hier gab es ein paar Einblicke in die Dinge, die Nintendo früher so gemacht hat (anscheinend haben die auch mal irgendwas Legoartiges und Brettspiele gemacht), man konnte den 3D-Effekt des Virtual Boys einmal sehen (spannend, aber viel zu rot und low-res) und es gab für jede wichtige Spielereihe Nintendos eine Übersicht aller Spiele. Highlight war hier aber eine Überblick von ein paar Prototypen, die Nintendo über die Jahre gebaut hat. Der Wii-U Prototyp war zum Beispiel einfach ein Bildschirm, an denen die zwei Wiimotes drangeklebt hatten. Ganz wilde Sachen. Wie gesagt, hier gibts da leider keine Bilder von, wenn ihr danach googled findet ihr aber einiges.

Nach dem Museum ging es dann in den Shop, wo ich eine zweite Privatinsolvenz abwenden konnte. Viele der Dinge, die man kaufen konnte brauchten leider wieder zu sehr Nostalgie für bestimmte alte Konsolengenerationen, die ich einfach nicht habe. Die T-Shirt-Designs haben mich auch nicht angesprochen, sodass ich am Ende nur mit ein paar kleineren Dinge rausgegangen bin (die gibts auch wieder am Ende des Urlaubs zu sehen). Das Geld was ich hier gespart habe werden ich dann aber sicherlich im nächsten Nintendo-Shop ausgeben.

Nachdem ich das Museum verlassen hatte war ich ziemlich fertig und brauchte ein Abendessen. Ich hatte mir ein Lokal in Kyoto ausgesucht, also habe ich mich mit Bahn und Bus auf den Weg dahin gemacht. Leider war es gerade Rush-Hour und unser Busfahrer schien seinen Führerschein noch nicht lange zu haben, weswegen die Fahrt vom Bahnhof zum Restaurant sehr nervig war. Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal über das ÖPNV-Netz Kyotos beschweren. Ich kann es nicht nachvollziehen, dass eine Stadt mit 1,5 Millionen Einwohnern quasi nur ein Busnetz hat und dieses dann so schlecht ist. Ich glaube Bus fahren in Münster ist angenehmer als hier, was ist falsch mit denen?

Beim Restaurant musste ich noch ein bisschen warten und hatte dann eine sehr leckere Curry-Suppe. Das ganze war mir noch ein neues Konzept, aber so lange es schmeckt beschwere ich mich nicht. Von da aus gings dann nur noch in Hotel, wo ich meinen Tag beendet habe.

Wo ich heute aber so viele Spiele gespielt habe, möchte ich euch nicht komplett ohne eins alleine lassen. Deswegen die Schätzfrage (oder Zählfrage, wenn ihr Nerds seid): Wie viel Torii sind heute auf den Fotos in diesem Beitrag vorgekommen? Es zählt alles was irgendwie Torii-Form hat, egal wie groß, aus welchem Material, in welcher Farbe und zu wie viel Prozent man es auf dem Foto sehen kann. Die Person, die am nächsten dran ist bekommt ein kleines Souvenir aus Japan. Wenn zwei Leute gleich weit weg sind gewinnt die Person, die als erstes ihren Kommentar unter diesem Post gesposted hat.


Kommentare

6 Antworten zu „Toriis und Touris“

  1. 275 Toriis 🫡⛩️👏👏

  2. Ich nehme meinen früheren Kommentar zurück: Heute hat mein Level an Neid das Maximum erreicht. Und du wirst mir später wohl leider genau zeigen müssen, wie du die Anzahl der Torii bestimmt hast

    1. Gezählt habe ich die noch gar nicht, das mache ich in Ruhe wenn ich wieder in Münster bin 🙂

  3. That aside: ich hab 347 Torii gezählt :3

  4. Das sind offensichtlich 314,15 Torii

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