Ihr habt es euch wahrscheinlich schon gedacht, aber auch heute ging nicht ohne UNESCO-Weltkulturerbe an mir vorbei. In der Tat bin ich heute extra früh aufgebrochen (vom Hotel ging es um 8 Uhr los) um um 9:30 bei einem weiteren Tempel zu sein (mit dem Auto wären das übrigens nur 20 Minuten gewesen..). Für den Saihō-ji Tempel hatte ich mir gestern ganz spontan eins der relativ limitierten Tickets für gebucht. Der Tempel war früher wie alle anderen Tempel der Stadt einfach spontan begehbar. Irgendwann nahm der Tourismus hier aber so zu, dass der Garten darunter litt und der Zen-Tempel auch nicht mehr so Zen war wie ein Zen-Garten sein sollte. Darum wurde der Zutritt zu dem Garten stark begrenzt und man kann ihn heutzutage nur noch mit einer Reservierung für 4000 Yen besuchen (das sind grob 25€, die anderen Tempel hier kosten sonst so 3-6€).


Bei dem Tempel angekommen musste ich noch kurz warten und wurde dann als einer der ersten Besucher reingelassen. Bevor man den Moosgarten, für den der Tempel berühmt ist, sehen darf muss man aber erst ein bisschen Arbeit leisten. Ich wurde in den Tempel geleitet und durfte hier einen buddistischen Text kopieren. Hierzu musste man gottseidank nur ein paar vorgedruckten Linien folgen, also war das mehr ein Malen nach Zahlen. Wenn ich ehrlich bin hat sich dieser Programmpunkt ein bisschen überflüssig angefühlt, aber ich kann mir vorstellen, das Leute mit einer etwas regliöseren Ader als ich da Wert rausziehen.


Nachdem ich den Text schön nachgezogen hatte durfte ich in den Garten, welcher wirklich atemberaubend war. Gestern habe ich hier zum Steingarten gesagt, dass dieser „eines der schönsten Dinge, die ich je gesehen habe“ ist und „ich … ihn mir wirklich für Stunden anschauen“ könnte und genau das würde ich auch zu diesem Garten sagen (eine Google Review sagt der Garten wäre „exactly like I imagined fairytale forests when I was younger“ und ich würde ihr komplett zustimmen). Mir fehlen wenn ich ehrlich bin ein wenig die Worte zu beschreiben warum ich ihn so schön fand, aber vielleicht überzeugen euch die Bilder ja. Zudem war es einfach unglaublich entspannend einmal an einem Ort zu sein, an dem man wirklich nur die Natur gehört hat. Als Besucher wird man hier dazu angehalten still zu sein und daran haben sich auch alle Leute gehalten, was ich sehr schön fand. Außerdem ist die Besucherzahl (zumindest während des ersten Timeslots) so gering, dass man oft auch einfach keine Besucher neben sich hat.









Mein Highlight dieses Highlights war ein Moment, in dem eine Wolke vor der Sonne vorbeizug und auf einmal der ganze Garten von hinten bis zu mir rollend beleuchtet wurde. Ich habe das später nochmal gefilmt, ich hoffe das kommt einigermaßen rüber.
Nach diesem Highlight konnte der nächste Tempel eingentlich nur ein downgrade sein und das war er leider auch. Der Tenryu-ji Tempel ist natürlich auch ein UNESCO-Weltkulturerbe (ich dachte echt nicht, dass ich das diesen Blog so oft erwähnen würde) und ist (glaube ich) vor allem für seinen Garten bekannt. Dieser ist auch ganz schön, gerade da man im Hintergrund immer eine sehr schöne Berglandschaft hat. Leider ist er wie zu erwarten auch vollkommen überfüllt, was auch in den Bambus-Wald nebenann überschwappt.




Dieser Wald ist auch ganz nett, aber für meinen Geschmack auch ein bisschen zu restrictive und zu klein. Es gibt nur einen Weg und nach 5 Minuten ist man schon am anderen Ende. Trotzdem ist Bambus grundsätzlich etwas, was ich cool finde und somit kann auch ein Bambuswald nicht allzu schlecht bei mir ankommen.



Vom Bambuswald aus hatte ich noch einen letzten Tempel im Blick. Bevor ich da hingegangen bin gabs aber erst eine kleine Mittagspause. Ich war in einem Cafe, welches von einem älteren Herrn betrieben wurde und habe mir dort das „Kyoto Sweets Set“ bestellt. Dafür wie wenig da tatsächlich dran war hat es eine überraschend lange Zeit gedauert, bis es an meinen Tisch gekommen ist, dafür war es aber auch ziemlich lecker.

Frisch gestärkt ging es dann auf Otagi Nenbutsuji Temple, welchen ich auf Max und Astrids Empfehlung besucht habe. Hier gibt es angeblich 1200 Steinfiguren (es hat sich nicht nach so vielen angefühlt), welche tatsächlich gar nicht so alt sind wie sie vielleicht aussehen. In den 50er Jahren wurde dieser Tempel nähmlich von einem neuen Mönch übernommen, welcher so gut im Steinemeißeln war, dass Lehrling zum Tempel gekommen sind und unter ihm das Meißeln gelernt haben. Alle diese Statuen stehen jetzt heute noch dort und werden langsam von der Natur (vor allem dem Moos) zurückerobert. Das ganze ist wirklich wunderschön, vor allem da die Statuen teilweise echt knuffig aussehen.







Nach diesem Tempel ging es für mich zurück in die Innenstadt, hier wollte ich nämlich noch das Kyoto International Manga Museum besuchen. Nach eine Bus-Odyssey (das nimmt hier wirklich DB-Verhältnisse an) bin ich dann irgendwann dort angekommen und habe mir Einlass verschafft (mit dem Kauf eines Tickets). Das Museum ist eigentlich mehr eine Manga-Bücherei, ganz cool ist es aber trotzdem. Es gibt eine kleine Ausstellung zu der Entstehung und Popularisierung von Mangas und einen Raum, in dem von ganz vielen Mangaka (die Leute, die die Mangas schreiben/malen) Hand-Skulpturen gesammelt wurden. Ich glaube als japanisches Kind würde ich das Museum unglaublich cool finden, ich persönlich war hier nach 30 Minuten wieder draußen.







Der letzte Programmpunkt meines Tages war die Suche nach einem Koffer für meine Einkäufe hier. Den habe ich nach ein bisschen hin und her im Don Quijote gefunden (lustigerweise wird das mein mit Abstand teuerster Import sein). Hier habe ich mir auch noch eine kleine Nackenstütze für den Rückflug gekauft, sodass ich hoffentlich ein bisschen länger/besser schlafen kann.


Abendessen gab es dann in einem Restaurant, welches sich als Sportsbar herausstellte. Irgendwann stellte sich zudem noch heraus, dass das hier das Rauchen erlaubt ist, was den Vibe für mich komplett gekillt hat. Ich hab dann ganz schnell gegessen (es gab einen japanischen Pfannekuchen, er war okay) und bin in die Freiheit geflohen. Im Hotel habe ich noch meine Koffer gepackt, denn morgen geht es für mich nach Osaka (vorher gibt es aber noch ein großes Highlight und vielleicht auch noch ein letztes Weltkulturerbe, as a treat). Bis dann 🙂



Schreibe einen Kommentar