Jonas Rettig, Parkranger

Meinen Tag heute wollte ich eigentlich mit meinem ersten ✨daytrip✨ verbringen. Irgendwann wurde mir dann aber mehr und mehr klar, dass sich eine destination mit neun Stunden Reisezeit nicht wirklich lohnt und man in der Gegend lieber einmal übernachten sollte, weswegen ich heute einfach in Tokyo geblieben bin.

Um der Natur aber nicht ganz den Rücken zuzudrehen habe ich stattdessen die Gartenanlage (oder zumindest die öffentlichen Teile davon) des Imperial Palaces besucht. Dazu musst ich erstmal zur Tokyo Station, was der HBF dieser Metropolenregion ist. Um dem gerecht zu werden hat die trotz einer relativ harmlosen Fassade gefühlt die kombinierte Fläche aller HBFs Deutschlands in sich. Da erstmal rauszukommen hat (ohne das ich mich groß verlaufen habe) erstmal 5 Minuten gedauert. Generell haben die hier viel zu große Bahnstationen (was auch fair ist, es gibt hier eine Station, die täglich so viele Leute besuchen, wie in Berlin leben), sodass ich sicherlich heute 30 Minuten lang nur in/aus/durch Bahnstationen gelaufen bin.

Nach dem Ausflug ins japanische Bahnsystem habe ich kurz gefrühstückt und mich dann zum Imperial Palace aufgemacht. Nachdem ich den richtigen Eingang gefunden habe und die Sicherheitskontrolle überlebt habe (die machen hier genau so unmotivierte Sicherheitskontrollen wie auf dem Rest der Welt) bin ich dann ein bisschen durch den Garten gewandert. Im Grunde ist der sehr schön, vor allem der Kontrast zwischen Garten und Hochhäusern ist immer wieder schön (ähnlich wie im Central Park). Von den Gebäuden her war der Park nicht so spektakulär, vor allem weil sehr viele Gebäude irgendwann mal zerstört und dann nie wieder aufgebaut wurden. Dafür gabs aber wieder ein paar Kirschblüten, ein paar Kois und ganz viel Sonne.

Nachdem ich meinen Rundgang beendet hatte bin ich nach Shibuya gefahren. Da bin ich auf der Suche nach der Shibuya Scramble Crossing direkt einmal über sie gelaufen ohne es zu merken. Nachdem ich verwundert, warum mir so viele Menschen filmend entgegenkommen sind, einmal Maps geöffnet habe ist es mir dann aber schnell klar geworden. Am Ende des Tages ist es aber einfach eine Kreuzung wo ein paar mehr Menschen als sonst sind.

Auf der anderen Seite der Kreuzung gab es dann noch eine Statue von Hachikō, dessen Grab ich ja gestern besucht habe. Der hat nämlich immer am Bahnhof Shibuya gewartet (als da noch ein bisschen weniger los war). Um ein Foto mit der Statue zu machen gab es ein relativ lange Schlange, gestern am Grab war aber neben mir niemand. Irgendwas sagt das bestimmt über unsere Gesellschaft aus.

Einen kleinen Mittagssnack habe ich mir dann im Starbucks über der Kreuzung geholt. Der Sandwich war echt nicht lecker, aber eigentlich habe ich ihn auch nur gekauft um Zutritt auf deren Glasfront in Richtung der Kreuzung zu bekommen. Um für euch gutes Bildmaterial zu holen scheue ich keine Kosten.

Irgendwann konnte ich mich endlich von der Kreuzung lösen und habe mich der Aktivität zugewandt, für die man nach Shibuya fährt: Shopping. Leider hatte ich heute (oder an 100% der anderen Tage meines Lebens) echt nicht sonderlich viel Motivation groß Kleidung oder so zu kaufen und habe es deswegen beim window shopping belassen.

Erst ging es aber sowieso in den Mega Donki. Don Quijote ist etwas, was man im deutschen am besten als Ramschladen bezeichnen kann, da gibt es wirklich alles und das zu verdächtig günstigen Preisen. Im Mega Donki ist das genau so der Fall, nur das es hier noch mehr als alles gab und das auf 8 Etagen. Hierbei ist auch alles irgendwie willkürlich angeordnet. Auf einer Etage habe ich mir One Piece Merch angeschaut, mich umgedreht und eine Abteilung voller Sexspielzeuge gesehen. Fünf Meter weiter hingen dann die Messer.

Gekauft habe ich im Donki nur ein paar Snacks, aber ich glaube solche Läden sind einfach nichts für mich. Ich bin da hautpsächlich nur hingegangen um deren 11/10 banger jingle einmal in echt zu hören. Aus richtig schlechten speakern hittet der auch nochmal anders.

Der bekannte Teil fängt bei ca. 45 Sekunden an 🙂

Nach dem Donki gings dann nochmal in einen Mandrake (den kennt ihr aus Akihabara) wo ich ein bisschen durch die Gänge gegangen bin. Der war etwas versteckter und ca. 30 Meter unter der Erde, dafür aber vom Ambiente deutlich schöner. Da er auf einer einzigen Etage ist habe ich mich aber gottlos verlaufen und war mir sicher, dass ich da unten sterbe, bis mich zwei weitere Touristen, den ich einfach gefolgt bin, gerettet haben. Bevor ich abgehauen bin, hab ich noch ein weiteres Kaufhause besucht, wo es unglaublich schönen Animal Crossing Merch im Nintendo Shop gibt. Wie bei Studio Ghibli werde ich aber auch hier nichts kaufen, bis ich nicht den Museumsshop geplündet habe.

Von Shibuya ging es dann noch in einen zweiten Garten (ich weiß, dass das sehr viel Gartenprogramm für zwei Tage ist, aber ich muss das gute Wetter ausnutzen, während es noch da ist. Ab morgen gibts dann hauptsächlich Museumscontent), der mehr oder weniger direkt am Tokyo Bay liegt. Der Hamarikyū-Park war früher Jagdgelände des Shoguns und wurde irgendwann in einen sehr schönen Park umgewandelt. Mittlerweile gibt es auch reichlich Wolkenkratzer um ihn herum, weswegen er (sagt es alle mit mir) Central Park vibes gibt. Dieser Park ist glaube ich bis jetzt mein Lieblingspark, vor allem weil er nicht so unglaublich überlaufen ist, wie die anderen. Das mag daran liegen, das es hier kaum Kirschblüten gibt. Dafür bietet er aber sehr schöne Teiche und ein nettes Teehaus, in dem man einen sehr leckeren Matcha trinken kann.

Nach dem Matcha wollte ich mich nach Hause aufmachen, habe aber noch in Akihabra einen Zwischenstopp eingelegt um dort zu Abend zu essen. Heute gab es sehr leckeres Tonkatsu, was fritiertes Schweinefleisch ist. Hier durfte man sich das Essen selber anbraten, dazu gab es noch ein bisschen Reis, eine Miso-Suppe und mehrere Dinge die ich nicht ganz verstanden habe, aber trotzdem lecker waren. Der Weg zu diesem Restaurant war Akihabara-typisch sehr abenteuerlich: Ich musste für 30 Minuten auf einer etwas versteckten Treppe unter den Lüftungsanlagen des Restaurants anstehen während sich ab und zu gehende Gäste an mir vorbeigequetscht haben. Würde ich jedem weiterempfehlen.

Nach dem Essen war ich dann noch kurz im Kojima Shop des FamilyMarts wo ich am Montag schon war, diesmal war ich aber erfolgreich. Ich habe mir ein T-Shirt und ein paar kleine Snacks gekauft und für mich dann den Tag beendet.

P.S.: Bei der Suche nach dem Don Quijote Theme habe ich herausgefunden, dass Bruno Mars für die ein EDM-Song produziert hat. Irgendwie muss man seine Glücksspielschulden ja abbezahlen 🤷‍♂️

Die Gänge im echten Don Quijote sind übrigens bei weitem nicht so breit.


Kommentare

4 Antworten zu „Jonas Rettig, Parkranger“

  1. Warum haben Läden in Deutschland nicht so goated Jingles? Imagine jedes Mal bei Aldi komplett abzugehen

    1. Ich bin da stark für, ich weiß aber nicht wie gut das bei allen Menschen über 35 ankommen würde

  2. Avatar von Kerstin
    Kerstin

    Ich seufze und setze meinen Nicht-wegen-Hachiko-weinen-Zähler wieder auf 0

    1. Das sollte das letzte Mal sein, dass er erwähnt wird. Ich glaube ab jetzt bist du sicher 🙂

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